Lohnfortzahlung

Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall

Krankheits- oder unfallbedingte Verhinderung an der Arbeitsleistung

Bei einer Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit oder Unfall besteht während einem Jahr ein Anspruch auf die bisherige Besoldung. Für in ungekündigtem Dienstverhältnis stehende Personen werden während eines zweiten Jahres Leistungen in der Höhe von 80% der bisherigen Besoldung ausgerichtet.

Der Kranken-/Unfalllohn kann vom Regierungsrat gekürzt werden, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter die Krankheit oder den Unfall vorsätzlich oder grobfahrlässig herbeigeführt hat.

"Das Zweite Jahr"

Ein Anspruch auf Leistungen in der Höhe von 80% der bisherigen Besoldung besteht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in ungekündigtem Dienstverhältnis standen.

Die beitragspflichtige Besoldung für die Pensionskasse beträgt im zweiten Jahr unverändert 100%: Die Beiträge von Arbeitgeber und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleiben also gleich wie im ersten Jahr. Das bedeutet, dass die Nettobesoldung aufgrund der unveränderten PK-Beiträge im
2. Jahr nicht ganz 80% beträgt. Dafür profitieren die Versicherten später vom höheren Pensionskassen-Sparkapital.

Wenn Sozialversicherungsleistungen (z.B. IV, etc.) ausgerichtet werden, werden die Leistungen des Kantons anteilsmässig gekürzt. Bei einer Lohnfortzahlung von 80% der bisherigen Besoldung im 2. Jahr hat der Kanton Anspruch auf 80% der entsprechenden Sozialversicherungsleistung.

Auflösung des Dienstverhältnisses invaliditätshalber

Sofern eine Weiterbeschäftigung mit einem reduzierten Beschäftigungsgrad nicht möglich ist, endet das Dienstverhältnis bei voller oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit auf das Ende des Monats, in welchem der Anspruch aus Leistungen infolge Krankheit oder Unfall erschöpft ist.

Bei voraussichtlich andauernder voller oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall endet das Dienstverhältnis in der Regel auf Ende des Monats, in welchem die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter das 64. Alterjahr vollendet, wenn während eines Jahres Leistungen zufolge Krankheit oder Unfall ausbezahlt wurden.

Arztbesuche, Therapien, Kuraufenthalte

Arzt-, Zahnarzt- und Augenarztbesuche sowie Therapien gelten in der Regel nicht als Arbeitszeit. Die notwendige Zeit ist im Rahmen der flexibilisierten Arbeitszeit vor- oder nachzuholen. Ausnahmen bedürfen der Zustimmung der Amtsleitung, welche in Einzelfällen ausnahmsweise erteilt werden kann.
Von dieser Überlegung erfasst werden alle gesundheitsbedingten Absenzen, welche "planbar" sind.

Bei einer nicht medizinisch indizierten Arztkonsultation oder Operation entsteht keine (unverschuldete) Arbeitsunfähigkeit. Es sollte Ihnen in diesem Fall möglich sein, die Arztkonsultation/Operation in die arbeitsfreie Zeit zu verlegen. Dies ist etwa der Fall bei Routine-/Vorsorgeuntersuchungen, Zahnarztkontrollen, bei nicht ärztlich verordneten Kuren sowie bei nicht krankheitsbedingten Operationen.

Nach Möglichkeit wird unbezahlter Urlaub gewährt, wenn die flexibilisierte Arbeitszeit nicht genügend Spielraum lässt.

Krankheit/Unfall - Ferien?

Bei Erkrankung/Unfall während den Ferien, ist die fehlende Erholungsfähigkeit Voraussetzung, dass die Ferien vorzeitig abgebrochen und der Restanspruch später nachbezogen werden können. Diese ist ab dem ersten Tag mit einem Arztzeugnis zu belegen. Vorübergehende Unpässlichkeiten berechtigen nicht zum Nachbezug der Ferien.

Wenn der Arbeitsausfall 90 Tage im gleichen Kalenderjahr oder zusammenhängend übersteigt, so findet eine anteilsmässige Kürzung des Ferienanspruches statt. Gekürzt wird die 90 Kalendertage übersteigende Anzahl Tage.

Kündigungsschutz infolge Unfall/Krankheit (Sperrfrist)

Nach Ablauf der Probezeit dürfen Angestellte nicht entlassen werden, solange sie ohne eigenes grobfahrlässiges Verschulden durch Krankheit oder Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert sind, und zwar während einer Sperrfrist von längstens zwei Jahren beziehungsweise bis der Lohnfortzahlungsanspruch bei Krankheit und Unfall erlischt.

Wenn nach einer Entlassung während laufender Kündigungsfrist eine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit oder Unfall eintritt, so beträgt die Sperrfrist 30 Tage im ersten Dienstjahr, 90 Tage vom zweiten bis und mit fünftem Dienstjahr und 180 Tage ab dem sechsten Dienstjahr.

Wenn die Entlassung vor Beginn der Sperrfrist erfolgt ist, aber die Kündigungsfrist bis dahin noch nicht abgelaufen ist, so wird deren Ablauf unterbrochen und erst nach Beendigung der Sperrfrist bis zum Monatsende fortgesetzt.

Die Sperrfrist findet keine Anwendung während der Probezeit, bei einer fristlosen Auflösung des Dienstverhältnisses von Angestellten oder einer administrativen Entlassung einer Beamtin oder eines Beamten.

Während laufender Kündigungsfrist eine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit oder Unfall eintritt, so beträgt die Sperrfrist 30 Tage im ersten Dienstjahr, 90 Tage vom zweiten bis und mit fünftem Dienstjahr und 180 Tage ab dem sechsten Dienstjahr.

Teilzeitbeschäftigte

Bei Teilzeitbeschäftigten werden die Ansprüche anteilsmässig nach dem Beschäftigungsgrad bemessen. Die zeitliche Ausrichtung des Kranken- oder Unfalllohnes ist unabhängig vom Grad der Arbeitsunfähigkeit, wobei die Wiederherstellung berücksichtigt wird.

Bei einer unregelmässigen Beschäftigung werden die Ansprüche bei kürzeren, krankheitsbedingten Abwesenheiten nach Möglichkeit entsprechend dem geplanten Einsatz berechnet. Bei längeren Abwesenheiten (ab 2-4 Wochen, je nach Arbeitsplanung) ist in der Regel auf den Beschäftigungsgrad abzustellen.

Lässt sich die massgebliche Besoldung nicht nach dem vorgesehenen Beschäftigungsgrad ermitteln, ist sie nach dem durchschnittlichen oder dem Beschäftigungsgrad in der gleichen Beschäftigungsperiode des Vorjahres zu berechnen.

Erkrankung eines Kindes oder eines nahen Angehörigen

In der Regel sollte es möglich sein, innerhalb von 1-2 Tagen die Betreuung eines kranken Kindes zu organisieren. Daher wird für die notwendige Organisation der Pflege eines erkrankten Kindes pro Ereignis bis zu zwei Tagen bezahlter Urlaub (Teilzeitbeschäftigte: anteilsmässiger Anspruch) gewährt. Auf Verlangen ist ein ärztliches Zeugnis über die Pflegebedürftigkeit vorzuweisen. Darüber hinaus besteht ein Anspruch auf Gewährung von unbezahltem Urlaub für die eigentliche Pflege, wenn sie von der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter vorgenommen wird. Bei einer Erkrankung oder einem Unfall des Ehe- oder Lebenspartners oder von betagten Eltern kann die Amtsleitung bei ausgewiesener Begründung unbezahlten Urlaub gewähren.

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