Bildungssemester

Auszug aus der

Verordnung des Regierungsrates über die Rechtsstellung der Lehrpersonen an den Berufs- und Mittelschulen

vom 2. März 2004

§ 31 Bildungssemester

1 Das Departement kann einer Lehrperson auf Gesuch hin unter folgenden Voraussetzungen ein einmaliges besoldetes Bildungssemester gewähren:

1. sie muss mindestens zehn Jahre, davon die letzten fünf Jahre ohne Unterbruch, mit einem durchschnittlichen Pensum von mindestens 50 % eines Pflichtpensums als Hauptlehrperson an einer kantonalen Schule unterrichtet haben;

2. sie muss den Nachweis erbringen, dass sie sich schon bisher ausreichend in der unterrichtsfreien Zeit fortgebildet hat;

3. sie muss sich schriftlich verpflichten, nach Abschluss des Bildungssemesters noch mindestens drei Schuljahre an einer kantonalen Schule zu unterrichten;

4. die Stellvertretung muss sichergestellt sein;

5. das Bildungssemester muss die Lehrperson in ihren beruflichen Fähigkeiten fördern.

2 Das Bildungssemester darf längstens ein Schulsemester dauern und ist in der Regel bis zum vollendeten 55. Altersjahr anzutreten. Er ist in der Regel zusammenhängend zu beziehen.

3 §46 Absätze 3 und 4 gelten sinngemäss.

4 Das Departement erlässt ergänzende Richtlinien zum Bildungssemester, 
namentlich über die Mindestanforderungen an das Bildungsprogramm, die Kostentragung unter den Schulen, die Pensengrenze und Besoldungsberechnung bei Teilübertritten an die Pädagogische Hochschule Thurgau und das Verfahren.

§ 32 Finanzierung und Rückzahlung

1 Die Besoldung richtet sich nach dem durchschnittlichen Beschäftigungsgrad als Hauptlehrperson während der letzten 10 geleisteten Unterrichtsjahre vor dem Urlaub. Funktionszuschläge werden nicht berücksichtigt. Die Spesen für das Bildungssemester trägt die Lehrperson.

2 Für die Rückzahlung gilt § 47 sinngemäss.

 

§ 46 Folgen einer Beteiligung

1 Die Lehrperson ist verpflichtet, nach Abschluss des Schuljahres, während welchem die Weiterbildung abgeschlossen wurde, für eine bestimmte Zeit im Schuldienst des Kantons zu verbleiben.

2 Die Pflichtzeit beginnt nach Abschluss der Weiterbildung und beträgt bei einer Kostenbeteiligung des Kantons von Fr. 5 000.-- bis 15 000.-- ein Schuljahr, von Fr. 15 001.-- bis 30 000.-- zwei Schuljahre und ab Fr. 30 001.-- drei Schuljahre.

3 Bei einer Änderung des Beschäftigungsgrades wird die Pflichtzeit bis auf maximal vier Schuljahre proportional verlängert, wobei der Schuldienst für angebrochene Semester vollständig zu leisten ist.

4 Unbezahlte Urlaube von über 30 Tagen sowie Schwangerschafts- oder Mutterschaftsurlaube führen zu einer Verlängerung der Pflichtzeit bis auf maximal vier Schuljahre, wobei der Schuldienst für angebrochene Semester vollständig zu leisten ist.

 

§ 47 Rückzahlung der Beiträge

1 Bei Nichtantritt oder Abbruch der Weiterbildung sind die aufgelaufenen Beiträge zurückzuzahlen.

2 Bei Austritt aus dem Schuldienst vor Ablauf der Pflichtzeit ist der Beitrag anteilsmässig zurückzuzahlen.

3 Aus wichtigen Gründen, namentlich wenn das Arbeitsverhältnis  aufgrund betrieblicher Gründe aufgelöst wurde, kann das Departement den Rückzahlungsbetrag kürzen oder erlassen.

Schulinterne Ergänzungen
Der beabsichtigte Termin für das Weiterbildungssemester ist frühzeitig dem Rektor anzuzeigen, damit die Pensenplanung in Bezug auf die Laufbahnplanung der Klassen sowie die Personalplanung opti­miert werden kann.

Für die Besoldung während des Weiterbildungssemesters wird der durchschnittliche Beschäftigungs­grad der letzten 10 Jahre berechnet. Entsprechend rechnet sich das Arbeitspensum, ausgehend von 20 Schulwochen zu 48 Stunden.

Beispiel:
5 Jahre Anstellung 100%, 5 Jahre Anstellung 50%; daher Besoldung 75% und Weiterbildungspen­sum 15 Wochen.

Für Hauptlehrpersonen mit Fixpensum läuft der Lohn unverändert weiter, im obigen Beispiel werden aber 17.25 Semesterlektionen angerechnet, sodass zuhanden der Stundenbuchhaltung Überstunden resul­tieren. Auf Antrag hin könnte in diesem Fall für dieses Semester auch das Pensum von 50% auf 75% erhöht werden, sodass der aktuelle Lohn der Weiterbildungsleistung entspricht.

Für Hauptlehrpersonen mit variablem Pensum würde im obigen Beispiel die Besoldung 75% betragen.

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