Gesundheitsförderung

Thesen zur Gesundheitsförderung

  1. Gesundheitsförderung und Schulentwicklung bilden eine wirkungsvolle Symbiose.
  2. Je besser das Schulklima in einer Schule ist, desto besser sind die Leistungen der Schülerinnen und Schüler.
  3. In Schulen mit gutem Schulklima ist die Anzahl der vorhanden Schutzfaktoren bei Jugendlichen höher. Schutzfaktoren sind:
  • positive Einstellung zum Leben
  • Fähigkeit Stress zu bewältigen
  • gute Schulleistungen
  • Fähigkeit Probleme rational anzugehen
  • soziale Anpassungsfähigkeit
  • Überzeugung, dass Suchtmittelkonsum nicht vereinbar ist mit den persönlichen Zielen

Zum Thema Gesundheitsförderung könnten beliebig weitere Thesen aufgestellt werden. Die Schlussfolgerung bleibt immer die gleiche: Es ist wichtig und interessiert uns, ob sich die Schülerschaft an unserer Schule wohl fühlt!

Im Sommer 2004 wurde die Kommission Gesundheitsförderung ins Leben gerufen und setzt sich zusammen aus:

Pascale Chenevard, Prorektorin (Vorsitz)
Vesna Klingel, Chemielehrerin
Tobias Lingg, Sportlehrer
Doris Grauwiler, "Perspektive Westthurgau"
Dr. Jürg Zuber, Schularzt
Schülerrat

Ziele der Kommission:
Die Kommission wird auf drei Ebenen Projekte anbieten oder Massnahmen anstreben:

  • Drogen- und suchtspezifische Informationsvermittlung
  • Persönlichkeitsbildung und Gesundheitsbewusstsein
  • Mitbestimmung und Mitverantwortung der Schülerinnen und Schüler

 

Konkret sind folgende Projekte durchgeführt oder geplant worden:

  • Für die neu eintretenden Schülerinnen und Schüler lancieren wir einen Nichtraucherwettbewerb für Klassen.
  • Für Raucher wird ein Aussteigerworkshop und anschliessend ein Rauchfreikurs an der Schule angeboten.
  • Im Herbst wird jeweils ein Projekt zum Thema "gesunde Ernährung" gemeinsam mit der Mensa geplant (z.B. Apfeltag 2006)
  • In der Sonderwoche vor den Herbstferien bieten wir verschiedene Projekte im Bereich Gesundheitsförderung an.
  • Die Schülerschaft kann sich aktiv an der Themenfindung für diese Projekte beteiligen. Der Schülerrat übernimmt die Befragung der Schülerinnen und Schüler.
  • Kurz nach Schuleintritt werden die neuen Schülerinnen und Schüler durch den Schülerrat an einer "Kennenlernveranstaltung" in die Schülergemeinschaft aufgenommen.

Gesundheitsförderung aus der Sicht des Schularztes

(Dr. Jürg Zuber)

 

Die Schule soll ein Ort sein,
wo Gesundheit gefördert wird,
wo Wärme und Vertrautheit vermittelt und
erlebt wird,
wo Begegnungen verschiedener Kulturen
möglich sind,
wo Eigenkreativität zugelassen ist und
wo sich alle Beteiligten wohl fühlen.
(Ottawa Charta der WHO 1992)

Die Gesundheitsförderung ist als eines der fünf allgemeinen Ziele der Maturitätsbildung im Rahmenlehrplan der Maturitätsschulen verankert. An der Kantonsschule Frauenfeld sind wir in der glücklichen Lage, dass die Schulleitung dieses Ziel ernst nimmt und einen entsprechenden Budgetposten gesprochen hat.

In diesem Rahmen hat sich die Kommission für Gesundheitsförderung an der Kantonsschule formiert, in der auch ich als Schularzt Einsitz genommen habe.

Im Laufe der Jahre haben sich die Schwerpunkte der schulärztlichen Tätigkeit an der Kantonsschule deutlich verschoben. Waren vor 10 Jahren noch die Impfkontrolle sowie Überwachung von Störungen des Bewegungsapparates die Aufgaben des Schularztes, wird dies heute häufig durch die individualisierte medizinische Versorgung durch den Hausarzt wahrgenommen.

Gemäss der heutigen Auffassung der Gesundheitsförderung kann diese schon lange nicht mehr allein durch den Schularzt wahrgenommen werden. Der Wandel von der Gesundheitserziehung zur Gesundheitsförderung hat stattgefunden. Nicht der Warnfinger des Schularztes gegen Rauchen, Alkohol und Drogen ist gefragt. Die Konzepte, die auf Anpassung und Zwang ausgerichtet sind, haben nicht die gewünschten Resultate erbracht.

Die Gesundheitsförderung ist viel weiter zu fassen und darf nicht nur auf den einzelnen Schüler gerichtet sein, sie muss auf soziale Systeme abzielen: es entwickelt sich die gesundheitsfördernde Schule. Gesundheitsförderung ist Bildungsarbeit, die Schülerinnen und Schüler sollen für das Thema sensibilisiert und angeregt werden, Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. So können Projekte entstehen, die das Thema von einer positiven Seite angehen. Sich gesund verhaltende Schülerinnen und Schüler sind Multiplikatoren und sichern die Nachhaltigkeit.

Gesundheitsförderung ist aber nicht allein Sache der Schule, sie muss breiter abgestützt werden über die Eltern, Angebote von Vereinen und Fachstellen.

Die aktuellen Gesundheitsförderungskonzepte orientieren sich an bekannten Problemen wie Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum. Zunehmend sind aber auch Ernährungsprobleme im Sinne von Übergewicht oder Tendenz zu Magersucht und einseitiger Ernährung wichtig geworden. Auch psychische Überforderung, Lernstress und soziale Vereinzelung beeinträchtigen die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Sie fördern risikoreiches Verhalten und begünstigen eine Suchtentwicklung. Hier sind die Entwicklung einer guten Kommunikationskultur und auch individuelle Beratungsangebote gefragt.

Sind wir uns der modernen Zivilisationskrankheiten bewusst, die unsere  Gesundheitskosten und Ausgaben für Frührenten in die Höhe schnellen lassen, bekommt die Gesundheitsförderung an der Kantonsschule auch eine gesundheitspolitische Dimension. In diesem Sinne verstehe ich es als meine Aufgabe, die Gesundheitsförderung in der Kantonsschule zu verankern.

In der Kommission Gesundheitsförderung findet eine Vernetzung der Zuständigen für Suchtprävention und Gesundheitsförderung statt. Daraus resultieren Projekte zur Gesundheitsförderung an der Kantonsschule. Die verschiedenen Akteure im Schulbetrieb sind aufgerufen sich an diesem Auftrag zu beteiligen.

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